Was ist Mobbing?

Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet Anpöbeln, Fertigmachen. Bei Mobbing sind nicht einmalige oder alltäglichen Konflikte in der Schule oder am Arbeitsplatz gemeint, sondern Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen eine Mitschüler/in oder eine Kollegin/Kollegen gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen.

Mobbing steht für alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als eine andere Person fertig zu machen.

Dazu gehören etwa hinterhältige Anspielungen, kleine Sticheleien, Intrigen, üble Nachreden, Verleumdungen, Demütigungen, Beleidigungen, Einschüchterungen, Psychoterror, Drohungen, Quälereien oder sexuelle und körperliche Belästigungen.

Mobbing zeichnet sich durch eine besondere Gemeinheit aus: Die Ablehnung, der Neid, die Eifersucht, der Hass, die Konkurrenz - oder welche Gefühle auch immer einen Menschen dazu bewegen, einen anderen derart unfair und fies zu behandeln - werden nicht offen, sondern oftmals hinterhältig ausgetragen und sind oft nicht so gut zu beweisen.

 

Von Mobbing spricht man immer dann, wenn folgende vier Kennzeichen vorliegen:

Kräfteungleichgewicht: Das Opfer steht einem oder mehreren Mobbern und deren Helfern alleine gegenüber.

Häufigkeit: Das Schikanieren kommt regelmäßig vor (mindestens einmal pro Woche).

Dauer: Das Schikanieren erfolgt über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen oder Monate).

Konfliktlösung: Das Opfer ist aus eigener Kraft nicht in der Lage, das Mobbing zu beenden.

 

Mobbing funktioniert nur, wenn keiner darüber Bescheid weiß oder andere dies dulden. Wenn man die Täter auf ihr Verhalten anspricht, streiten sie das oft und sehr geschickt ab. Sie können ihre Taten so schildern, als habe das Opfer sie regelrecht dazu angestachelt. Die Mobber manipulieren oft sehr geschickt und arbeiten hinterhältig.

Für solche Fälle ist es immer wichtig, jeden Angriff, jede Beleidigung, jedes unfaire Verhalten usw. möglichst genau aufzuschreiben, um das Mobbing belegen zu können oder um Familie, Lehrern, Vorgesetzten oder der Polizei konkrete Fakten zu gegeben, damit sie helfen können.
 

In einem sogenannten „Mobbing-Tagebuch“ kannst du folgendes aufschreiben:

  • Beschreibe den Vorfall aus deiner Sicht: Wer war beteiligt? Was genau wurde gemacht?
  • Notiere dir das Datum, die Uhrzeit und den Ort.
  • Schreibe Personen (Freunde/innen, Lehrer/innen, Schüler/innen, Kollegen/innen, Hausmeister) auf, die deiner Meinung nach den Vorfall mit angesehen haben (sie können später z.B. als Zeugen gehört werden).
  • Wenn das Mobben bei dir Folgen hatte (z. B. wurden Sachen von dir zerstört, oder du hast einen blauen Fleck), notiere das auch.
  • Wenn es schriftliche Unterlagen gibt (Mails, SMS, Einträge in Internetforen, Notizen,…), dann hebe dir diese auf. Mache gegebenenfalls Sicherungskopien und Ausdrucke von Internetseiten und entsprechenden Nachrichten.

Mobbing beginnt meist harmlos und sein Verlauf ist schleichend. Die Betroffenen nehmen die Gehässigkeiten, dummen Sprüche und veränderte Verhaltensweisen zuerst auf die leichte Schulter. Niemand will sie wahrhaben. Doch diese Angriffe wachsen sich aus und schwächen das Selbstvertrauen des Opfers. Es verliert zunehmend sein Ansehen in der Klasse/Schule/Arbeitsplatz und wird zum Aussenseiter. Die Mitschüler/innen und Kollegen beginnen sich von der oder dem Betroffenen zu distanzieren und unterschlagen Informationen. Schuldzuweisungen, Verbreitung von Gerüchten beginnen. Die/der Gemobbte wird in seinem Umfeld angeschwärzt und schlecht gemacht und steht all diesen Übergriffen oft hilflos gegenüber.

Oft wird hierzu auch das Internet benutzt. (Cybermobbing)

Was kann bei Mobbing passieren?

  • Schimpfworte oder Beleidigungen
  • Über jemanden lustig machen, grundlos auslachen
  • Ständige Kritik an der Leistung (Abwertung)
  • Ständige Kritik am Privatleben, am Aussehen, am Verhalten, an der Kleidung, an den Freunden, Eltern, Geschwistern, an der persönlichen finanziellen Situation…
  • Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten
  • Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen
  • Man lässt sich nicht ansprechen.
  • Betroffener wird wie Luft behandelt. Ausgrenzung aus der Klasse/Gemeinschaft
  • Unwahrheiten über jemanden verbreiten
  • Informationen vorenthalten oder vorsätzliche falsche Informationen geben
  • Die Leistung herabwürdigen, sich darüber lustig machen, Fehler unterschieben
  • Eigentum des Opfers verstecken, kaputt machen, wegnehmen,....
  • Telefonterror
  • mündliche Drohungen, schriftliche Drohungen
  • Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Belästigungen und Angebote
  • Körperliche Gewalt, Schlagen, Schupsen, Treten, Provokationen,…

Welche Auswirkungen hat dieses Verhalten auf das soziale Ansehen?

  • Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
  • Man verbreitet Gerüchte und spielt die anderen gegeneinander aus
  • Man macht jemanden lächerlich.
  • Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
  • Man macht sich über seine Leistung oder Unterrichtsbeitrag lustig
  • Man macht sich über eine Beeinträchtigung, Behinderung lustig.
  • Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
  • Man macht sich über das Privatleben lustig.
  • Man macht sich über die Nationalität und das Aussehen lustig.
  • Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
  • Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.

Wer sind die Täter/innen?

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die andere mobben, haben meist ein schwaches Selbstbewusstsein, eigene Probleme/Ängste, Minderwertigkeitskomplexe oder Angst vor Konkurrenz. Sie wollen von ihren eigenen Fehlern und Schwächen ablenken, indem sie die Aufmerksamkeit auf andere richten. Dadurch fühlen sie sich besser und die anderen lassen sie in Ruhe.
Am Mobbing können Mitschüler/innen beteiligt sein, ebenso wie Lehrer/innen. Dasselbe gilt für die Welt der Erwachsenen. Dort sind es Vorgesetzte und/oder Arbeitskollegen/innen.

Mobbing-Strukturen

Es gibt immer einzelne Personen, von denen die Handlungen ausgehen. Dann gibt es einige Mittäter und Mitläufer, die aus verschiedenen Gründen (schwache Persönlichkeit, möchten Anerkennung, Angst, Gruppendruck,...) dabei mitmachen. Und dann gibt es noch eine große schweigende Masse -die restlichen Klassenkameraden oder Kollegen- die sich raushalten, es akzeptieren, wegschauen und nichts dagegen unternehmen. Nur durch diese Masse ist es den Tätern erst möglich, es soweit kommen zu lassen!

Was sind die Gründe der Täter um zu mobben?

  • um eigene schlechte Leistungen zu überspielen
  • aus Neid, Eifersucht oder Konkurrenzangst
  • zur Ablenkung von eigenen Schwächen, Unsicherheiten und Komplexen
  • zur Festigung des eigenen Gemeinschaftsgefühls („Gemeinsam sind wir stark!“, „Alle gegen Einen“)
  • als Entlastungsventil für eigene Aggressionen
  • um sich die Anerkennung zu holen, die man zu Hause nicht bekommt
  • aus Angst in der Schule/Arbeitsplatz zu versagen
  • aus Angst nicht ausreichend beachtet zu werden oder selbst zu den Mobbing - Opfern zu gehören
  • um eigene Minderwertigkeitskomplexe an Mitschülern/Kollegen auszuleben

Mach dir folgendes klar: In fast jedem von uns schlummert die Neigung zu unfairem Verhalten. Es liegt in der Natur der Dinge, dass man lieber austeilt, als einsteckt. Jeder hat auch schon Neid und Missgunst verspürt. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Leider hat nicht jeder eine starke Persönlichkeit um damit klar zu kommen und lässt lieber alles an anderen aus!

Was kannst du machen?

  • Wenn du selbst betroffen bist, oder mitbekommst, dass andere gemobbt werden, dann rede darüber!
  • Warte nicht, dass es irgendwann wieder von selbst aufhört.
  • Beobachte die Klasse und finde raus, ob es noch weitere Opfer gibt.
  • Sprich mit deinen Klassenkameraden und lass dir erzählen, was ihnen schon alles passiert ist.
  • Macht zusammen eine Liste, in der ihr aufschreibt wer von wem gemobbt wurde. Schreibt auch Kleinigkeiten auf. Verschafft euch einen Überblick über die Art und Dauer dieser Belästigungen (seit wann geht das schon so? Wer macht was?....)
  • Schreibt auf, von wem diese Taten ausgehen. Wer ist der Initiator, wer sind die Mitläufer
  • Sprich mit anderen Schülern, die keinen so schwachen Charakter haben und tue dich mit ihnen zusammen. Lasst euch nicht mehr gegenseitig ausspielen und haltet zusammen.
  • Seid ehrlich zueinander und lacht nicht auf Kosten anderer
  • Gehör nicht zu der schweigenden Masse, die alles hinnimmt. Sag laut, wenn du eine negative Äusserung oder Beleidigung nicht gut findest.
  • Sprich die „Mitläufer“ einzeln an und frage, warum sie da mitmachen. Vielleicht ist ihnen gar nicht bewusst, was da läuft und was für Auswirkungen das für die betroffenen Mitschüler hat. Oft werden sie nur „benutzt“ und haben Angst, dass sie selbst zum Opfer werden. Mach ihnen klar, dass sie auch anders Anerkennung von anderen bekommen können und es bessere Freunde als diese Intrigenspinner gibt!
  • Sprecht die Schüler/innen an, die für die Situation zuständig sind und stellt sie zur Rede. Aber Achtung: Mobbing lässt sich schlecht nachweisen und die meisten Mobber verstehen es bestens sich herauszureden und schieben die Schuld auf die anderen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr vorher miteinander redet und Fakten habt.
  • Erzähle deinen Eltern und Vertrauenspersonen von den Vorfällen. Fordere sie zur Hilfe auf. (Klassenlehrer/Vertrauenslehrer/Schulleitung/Schulsozialarbeiter/Erzieher/Trainer,...). Auch die Eltern der Täter/innen müssen informiert werden. Die Mobber müssen spüren, dass ihr Verhalten negative Konsequenzen für sie hat.

Unter www.Schueler-Mobbing.de, www.mobbing-schluss-damit.de, www.schueler-gegen-mobbing.de und www.mobbingberatung.info gibt es viele Infos, Tipps und Hilfe zu dem Thema.

Wichtig: Wer gemobbt wird, muss sich wehren und wer etwas mitbekommt, muss helfen!

Sich wehren oder anderen helfen heißt darüber reden und Hilfe zu holen.
Das bedeutet, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen oder zu akzeptieren, sondern wirklich alles zu erzählen und öffentlich machen.
Das hat nichts mit petzen, anbringen oder Feigheit zu tun!
Wer nichts dagegen tut, unterstützt die Täter! Dann können sie in Ruhe weitermachen, haben ihre Erfolgserlebnisse und Spaß daran und hören nicht auf!

 

IT-Support Marcus Käfer
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